Dr. med. Dünnbrettbohrer? (SZonline) Von wegen

DIE (siehe unten) ist echt! Bestimmt!
Etwas mehr Caritas, Charit’e, Barmherzigkeit. Bitte, Dr.SZonline Gnadenlos Julia Bönisch .

Dr. med. Dünnbrettbohrer

Medizinstudium und Promotion

08.07.2009, 10:35

Von Julia Bönisch

Doktortitel im Schnellverfahren: Ärzte promovieren oft parallel zum Studium und in nur wenigen Monaten. Das ist Geldverschwendung statt Wissenschaft, sagen Kritiker. Wird der Dr. med. verschenkt?[…]

Beier, Barbara: Der nicht natürliche Tod und andere rechtsmedizinische Sachverhalte in den deutschen Volksmärchen unter besonderer Berücksichtigung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm

In welchem Fach? M-E-D-I-Z-I-N.

WO? Humboldt-Universität zu Berlin, Medizinische Fakultät – Universitätsklinikum Charité
[Abstract]

„Die Arbeit befaßt sich mit den Formen des nicht natürlichen Todes und weiteren rechtsmedizinischen Sachverhalten wie Leichenerscheinungen, Scheintod, Identifizierung von Personen und Leichen, Selbstverstümmelungen und Spuren von Tätern und Opfern in den deutschen Volksmärchen. Rechtsmedizinische Zusammenhänge von Ursache und Wirkung werden nach ihrer Gültigkeit im Märchen hinterfragt. Wie werden beispielsweise Gewaltwirkungen auf äußere Erscheinungsbilder betroffener Märchenfiguren, Tötungsgeschehen und Tatwerkzeuge dargestellt? Inwiefern entsprechen Schilderungen der Tatbestände und ihre Bewertung im Märchen auch historischem Rechtsverständnis? Was unterliegt den epischen Gesetzen des Märchens? Für die rechtsmedizinische Fragestellung nach den Verletzungsspuren am Getöteten, dem Tötungsgeschehen und den Tatwerkzeugen sind die Märchen als Quelle des Volkswissens nur begrenzt verwertbar. Zum Beispiel sind keine Wunden, innere Blutungen oder kleinere Verletzungen nach Gewalteinwirkung beschrieben. Es wurden nahezu alle klassischen Todesarten wie Ertrinken, Vergiften, Verbrennen, Verhungern, Erhängen, Erfrieren, Selbsttötung und Tod durch scharfe und stumpfe Gewalt im Märchen vorgefunden und betreffende Textstellen unter Benutzung der „historisch-geographischen Methode“ regional verglichen. Zusammenhänge von Ursache und Wirkung konnten jedoch nicht im Sinne einer rechtsmedizinischen Rekonstruktion des zum Tode führenden Geschehens nach heutigen Maßstäben aufgestellt werden. Das Märchen als Volksüberlieferung kennt keinen historisch konkreten Zeitbezug. Mit der zeitlich und regional variierenden Wiedergabe des Erzählstoffes fließen neue Motive und anderes Wissen mit ein. Daraus ergab sich für die Arbeit eine zurückhaltende Aufstellung von Vergleichen des rechtshistorischen Alltags und der geschilderten Märchenwirklichkeit. Der nicht natürliche Tod konnte bei der rechtsmedizinischen Untersuchung nicht unabhängig von seinem Zusammenhang im Märchen betrachtet werden. Er ist im Märchen oft ein Mittel, entsprechend den Moralvorstellungen Gerechtigkeit herzustellen, aber auch die Protagonisten von ihrem positiven Weg abzubringen. Seine sozialisierende Funktion in der Märchengesellschaft kann nicht übersehen werden.“

Zur Selbstüberprüfung ….ONLINE – Komplett:


Beier, Barbara: Der nicht natürliche Tod und andere rechtsmedizinische Sachverhalte in den deutschen Volksmärchen unter besonderer Berücksichtigung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm

Komplett zum Nachlesen:

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Lies mal, wer da bohrt! – Dr. Deutschland? Dr. Dickbrettbohrer? Sonntagslektüre: Dissertations-Nachprüfung — Promotionsnachprüfung –

Aufgeschreckt durch die garstigen Meldungen (inzwischen sollen es ja schon an die 300 sein – insbesondere Mediziner seien betroffen, so DER SPIEGEL, SÜDDEUTSCHE online heute: Dr. med Dünnbrettbohrer ..) ), nahm ich nach rund 23 Jahren nochmal ein Büchlein aus dem Eichborn Verlag in die Hand.

Ich komme – wieder – zu dem Schluss, dass DIE echt ist. Zumindest die:

Die Pfalz beheimatet – soweit sich solche allgemeinen Feststellungen treffen lassen – einen fröhlichen und weltoffenen Menschenschlag, der viel Sinn für gesellschaftliches Zusammenieben und die Freuden der Zeit hat und dem dogmatischen Denken abgeneigt ist. (S. 48)

Doch behaftet sind die Pfälzer mit Aufschneiderei und Gernegröße: Neben einem ausgeprägten Sinn für Toleranz besteht jedoch häufig ein allzu starkes und unangenehmes Selbstgefühl. In diesem »lautstarken« Auftreten hat auch der »Pfälzer Krischer« seinen Ursprung (S. 48). Dieser Tarzan-Schrei der Kohl-Provinz scheint die einzige Schöne Kunst der Kanzler-Heimat zu sein: Bei aller Aufgeschlossenheit und praktischen Intelligenz – wenn’s ums Abstrakte oder Denken geht, sind wir in der Pfalz auch ganz falsch – haben die Pfälzer keine ausgeprägte musische Veranlagung. (S. 48) Stell Dir vor, Kohl singt Wagner, und nur Hannelore und Teltschik gehen hin.

Trotz alledem ist diesem landsmannschaftlich so farbigen Land eine besondere Homogenität, wie sie andere deutsche Länder auszeichnet, versagt geblieben. (S. 148) Schade, denn die andernorts übliche bunte Einfarbigkeit hätten wir uns doch gewünscht, auch in der Sprache. In ihrer schwülstigen Sprache und romantisierenden Betrachtungsweise lassen es diese Ausführungen freilich an evangelischer Klarheit fehlen und waren wenig geneigt, auf die von kalvinistischer Nüchternheit geprägten Pfälzer Protestanten zu wirken (S. 104), schimpft unser katholischer Helmut über die landsmannschaftlich Andersfarbigen der Pfalz-SV (= Staatsbürgerliche Vereinigung), die nach Kriegsende gegen die CDU antrat. Die Sprache ist verräterisch. (Kohl im Südwestfunk, 12.11.1975). Er selbst spricht glasklar von … nach Kriegsschluß … (S. 2) und meint das Kriegsende damit, so wie Kohl mit »Friedensschluß« sicherlich den Kriegsanfang meinen würde. So spricht auch das Communique … (S. 9) über z.B. … französische Waffentaten … (S. 22). Wobei der Enkel Adenauers nicht ganz sicher ist mit Patenonkel und Patentante: Bei der Wahl dieser Bezeichnung stand möglicherweise – wenn dies auch nicht besonders zum Ausdruck kam – die Tatsache Pate, daß … (S. 33) Neben dem Patenstand der Tatsache bei der Bezeichnungswahl sei schließlich auf den … schmerzhaften Schnitt mitten durch das Wirtschaftszentrum Mannheim-Ludwigshafen hingewiesen (S. 35), wo man sich doch gerade erst einen … umfassenden Katalog zu Fragen der Wirtschaftspolitik zugelegt… (S. 157) hatte und wünscht, die Verbreiterung der kleinen und mittleren Besitzschichten sollte hierbei auf Kosten übermäßig großer Eigentumsbildung gehen (S. 86), ein Wunsch den er teilt mit einem … Kreis liberalgewonnener Männer (S. 97), was auch immer das sein mag.

Nach Kriegsverlust und Kriegsschluß mußte der besatzernde Franzose – Die französische öffentliche Meinung war tief betroffen … (S. 19) – mit den undogmatisch unterbelichteten Pfalzopathen, ihrer »Sprache«, ihren Schreien und ihrem landsmannschaftlich so farbigem Mangel an allerlei Begabungen fertigwerden. Man schickte hartgesottene Profis: Auch bei der

Militärregierung selbst erschienen Offiziere mit »Pfalzerfahrung«. (S. 148)

Eine annähernd genaue Zusammenstellung der Todesopfer

Eine spezifisch christliche Politik, die die kirchlichen Bekenntnisse nicht berührt, ist daher im allgemeinen nicht möglich. Sie ließe sich nur dort denken, wo der Gegensatz von christlich und nichtchristlich eindeutig wahrnehmbar ist … (S. 78) Also berühren wir das kirchliche Bekenntnis und weisen damit nach, daß in der Pfalz niemand imstande ist, christlich und nichtchristlich eindeutig zu unterscheiden. Um das verstehen zu können, rüstet Pfalzmann Kohl zu einer Expedition durch Zeit und Raum: Bei der Betrachtung des politischen Lebens in der Pfalz erscheint es notwendig, einen Blick auf die Traditionen und politischen Gegebenheiten dieser Landschaft zu werfen. (S. 47)

Man mußte sich was einfallen lassen in der Pfalz, die … in ihrer heutigen Gestalt ein Ergebnis der offenbar landschaftsgärtnerisch so wichtigen napoleonischen Kriege ist. (S. 47) Warum? Um der katastrophalen Kassenlage der Provinz abzuhelfen … (S. 45) Und schlimmer: Die Ernährungsschwierigkeiten waren ungeheuer angestiegen (S. 30), … insbesondere die Ernährungslage in den deutschen Kriegsgefangenenlagern … (S. 45) Die alles beherrschende Aufgabe war die Sicherung der Ernährung. (S. 45) Die einheitliche Forderung der Parteien galt der Verbesserung der katastrophalen Ernährungslage. (S. 139) So … beschäftigte sich der überparteiliche Ausschuß in gemeinsamen Sitzungen mit der Provinzialregierung hauptsächlich mit der auch weiterhin sehr kritischen Ernährungslage (S. 62) und kaute … auch tagespolitische Fragen wie das Ernährungsproblem … (S. 81) durch.

gleich ins reine geschrieben im Alter von 28 Jahren“

KOHL, Helmut: „Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedersehen der Parteien nach 1945“, Heidelberg, 1958 – U 58,4033 (zitiert nach: Schwarze, Achim: „Dünnbrettbohrer in Bonn – Aus den Dissertationen unserer Elite“, 1984

Noch mehr Doktorspiele? Spur nach Osteuropa?

Das deutete zumindest gestern ABend schon die „Neue Westfälische“ in einer Vorabmeldung zu ihrer heutigen Druckausgabe an:

Inzwischen beteiligt sich auch ein anderes Organ der Pflege und FortBILDung an der Promotion ((lateinisch promotio, „Vorstellung“, „Hervorhebung“) des Doktor-Themas.

Die Doktorarbeit zum Thema, was mit den „Titeln“ in den Schriftenreihen und Bibliotheken passiert, fehlt allerdings noch.

Bekommen mit dann neue Autoren-Namen?

Sind die dann noch („Any promotion is good promotion.“) zitierfähig?

Fragen über Fragen für „Jugend forscht“….